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Treue Zeugen
Mittagsgebet in der Festdekade
Eine alte
und ehrwürdige Legende aus der Zeit des frühen Christentums berührt auch
Bonn: Die Legende der berühmten Thebäischen Legion.
Danach
bestand diese römische Einheit nur aus Christen. Sie weigerte sich, dem
Kaiser göttliche Ehren zu erweisen und an der Christenverfolgung
teilzunehmen. Ihr Anführer war Mauritius. Er wurde in St. Maurice (Wallis)
in der Schweiz getötet und mit ihm jeder zehnte Mann. Aus der gleichen
Truppe sollen in Bonn die thebäischen Legionäre Cassius und Florentius den
Märtyrertod gestorben sein, in Köln Gereon mit seinen Gefährten und in
Xanten der heilige Viktor mit seinen Kameraden. So die Legende.
Die
Archäologie jedenfalls versichert, dass in Bonn im frühen vierten
Jahrhundert, also noch in römischer Zeit, eine Totengedächtnisstätte
errichtet wurde, die man später mit den Gräbern der Märtyrer in Verbindung
brachte. Über ihr erhob sich nachweislich im fünften Jahrhundert ein kleiner
Kultraum. Im elften Jahrhundert begann man dann an dieser Stelle mit dem Bau
des heutigen Münsters. Hier, und nicht im Römerlager im Norden der heutigen
Stadt, entwickelte sich seit der Jahrtausendwende der heutige Stadtkern. |