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"Lyrik und
Liturgie"
in der
heiligen Woche
Mittagsgebet in
der Karwoche
In der Karwoche gibt das
Mittagsgebet Impulse, die unter die Haut gehen. Gedichte von Paul Celan,
Rose Ausländer und anderen jüdischen und christlichen Dichtern treten in
einen schroffen Dialog mit den biblischen Lesungen zur Passion Christi.
Keine Frömmelei, sondern knallharte Anfragen und Zweifel: „Mein Gott, warum
hast du mich verlassen?“ So wird die Dramatik der Karwoche spirituell
erlebbar.
Die Passion Christi konfrontiert uns mit den dunklen Seiten des
Lebens: mit Verrat und Einsamkeit, mit Angst, Gewalt und mit dem Scheitern.
Sogar aus dem Mund Jesu hören wir die Klage des 22. Psalms: „Mein Gott,
warum hast du mich verlassen?“ In diesem Rahmen dürfen auch unsere Zweifel
und Fragen im Raum stehen. Als Besonderheit werden vor dem Gottesdienst
kurze Gedichte überwiegend jüdischer Dichterinnen und Dichter vorgetragen.
Sie äußern auf ganz unterschiedliche Weise ihre Klagen, ihre Fragen, ihre
Resignation, unerfüllte Sehnsucht und ermattete Hoffnung – und führen einen rauhen Dialog mit der liturgischen Überlieferung. So kann das Mittagsgebet
auf seine Weise dazu beitragen, die Karwoche als Vorbereitung auf Ostern in
all ihrer Tiefe und Dramatik intensiv zu erleben.
Das inhaltliche Programm ist in Zusammenarbeit mit der
katholischen Bildungsstätte Burg Rothenfels entstanden. Auch dort und bei
den neuen Kooperationspartnern des Mittagsgebets in Kiel und Bozen kann man
die Impulse zur Karwoche miterleben. |