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Warum mitten am Tag gemeinsam Beten?
Beten ist Kontakt mit Gott und damit auch Pause vom Alltag: vom Einkauf, vom
Lernen oder von der Arbeit. Nicht, um aus der Welt zu fliehen, sondern um
sie immer wieder einmal mit ein wenig Abstand zu betrachten. Um einen klaren
Kopf zu bekommen und ein ruhiges Herz. Beten ist Besinnung auf das
Wesentliche. |
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Sinn tanken Das
Mittagsgebet ist keine reine Wellness-Veranstaltung, bei der die Probleme
des Lebens durch ein bisschen Wohlfühlen oder eine Schlammpackung zugedeckt
werden. Das ist vielleicht der entscheidende Vorteil, den der Glaube und die
Kirche gegenüber kommerziellen Anbietern haben: Es geht um mehr!
Nächstenliebe. Gerechtigkeit. Verantwortung. Solidarität mit den Armen und
Schwachen. Das sind Werte, die den Menschen über sich und sein eigenes
Wohlbefinden hinaus verweisen. Das sind Ansprüche, die einen herausfordern,
und die dem Leben Sinn und Richtung geben können – ein Koordinatensystem,
das hilft, im Alltag seinen Weg zu gehen. Deshalb ist das Beten in
Gemeinschaft keine Flucht aus der Welt, sondern eher eine Tankstelle der
Spiritualität. Gott an seiner Seite zu wissen, ist der beste Kraftstoff, um
sich gestärkt dem Leben zu stellen: nicht normal, aber super! |
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Geborgenheit
Liturgie lebt von der wachsenden Vertrautheit
mit den Abläufen, mit den Melodien, mit den Gesten. Deshalb bleibt der
Rahmen der „Bonner Tagzeiten“ immer gleich. So fühlt man sich bald in den
Riten zuhause und kann sich fallen lassen in die wohltuende Atmosphäre
schlichter Feierlichkeit. |
Feste Zeiten
Es gibt Zeiten,
an denen die Kirche zusammenkommt und feiert: Jedes Jahr ist Ostern; jede
Woche ist Sonntag; und jeden Tag ist – was ist jeden Tag? „Tagzeiten“ sind
die Momente, an denen Christen regelmäßig die Zeit unterbrechen, um sich
Gott zuzuwenden: am Morgen, am Mittag, am Abend, zur Nacht. Das ist der
alltägliche Grundrhythmus unseres geistlichen Lebens. |
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Gemeinschaft
Natürlich kann man auch alleine beten. Aber
manchmal tut es einfach gut, dabei in Gemeinschaft zu sein; zu sehen, dass
es auch andere gibt, die ihren Glauben im Alltag nicht abschalten. Das sind
die „Bonner Tagzeiten“: in der Kirche miteinander singen, hören, schweigen
und Gott preisen. Das trägt und gibt Kraft. |
Geschichte
Der Brauch, täglich zu beten, ist so wie die
Kirche selbst. Und seit der Antike bewähren sich liturgische Formen dafür;
seit über tausend Jahren auch in Bonn. „Bonner Tagzeiten“ folgen dieser
lebendigen Tradition – wie viele Generationen vor uns und Christen auf der
ganzen Welt. |
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Zum Singen
gebaut „Allein mit
unseren wenigen Stimmen diesen Raum zu füllen, ist wirklich erhebend!“
Genau zu diesem Zweck hatten die Architekten einst im
Mittelalter das Bauwerk errichtet. Leider war das in Vergessenheit geraten,
und seit vor rund 200 Jahren das Cassius-Stift aufgelöst wurde, hat das alte
Chorgestühl niemand mehr richtig benutzt. Im Bonner Mittagsgebet wurde es
wiederbelebt. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer sitzen sich gegenüber wie
früher die Stiftsherren, und singen im Wechsel zwischen der rechten und der
linken Seite ihre Psalmen und Lieder – so wie es über tausend Jahre lang
hier in der Mitte der Stadt immer gewesen war. In einer Welt, in der zwar
mehr Musik konsumiert wird als je zuvor, aber eigenes Musizieren zur
Seltenheit geworden ist, bietet dieses Klangerlebnis mit der eigenen Stimme
ein besonderes sinnliches Vergnügen.
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Himmel, hilf! Wenn wir
Gott unsere Bitten vortragen, kommen die Sorgen und Wünsche des Alltags
zur Sprache. |
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